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Nachrichten aus der archäologischen Forschung

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Tübingen

Foto: RTF.1
Auf den Spuren der Steinzeit-Jäger

In diesem Artikel geht es auf eine Zeitreise 1,84 Millionen Jahre zurück und in die Olduvai-Schlucht in Tansania. Dort hatten die damals lebenden Menschen mit der wissenschaftlichen Bezeichnung homo ergaster so etwas wie ein Freiluft-Speisezimmer. Die spanische Wissenschaftlerin Luc?a Cobo-Sánchez hat dort gegraben und dabei herausgefunden: Schon damals jagten Menschen, und schon damals hatten sie ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Am Donnerstag erhielt die Forscherin dafür den Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie.

Feierstunde auf Schloss Hohentübingen. Lucía Cobo-Sánchez nahm dort den mit 5.000 Euro dotierten Förderpreis entgegen. In einer Stadt, in der sie kurz auch selbst studiert hatte. Heute ist die Wissenschaftlerin an der Universität Madrid. Sie beschäftigte ein Thema, das in der Wissenschaft kontrovers diskutiert wurde: Jagten nun die Menschen der damaligen Zeit oder verzehrten sie, was Löwe und Hyäne übrig ließen?

"Und sie hat belegt, dass zu einem relativ frühen Zeitpunkt 1,8 Millionen vor heute, diese Frühmenschen aktiv gejagt haben und relativ komplexes Sozialverhalten gezeigt haben, und für ihre Verdienste auf diesem Gebiet hat sie den Preis gewonnen", sagte Prof. Nicholas Conard, Vorsitzender der Preisjury.

Cobo-Sánchez hat ganz klar nachgewiesen, dass die Menschen gemeinsam jagten. Wie genau, ist allerdings unsicher, denn Speere aus der damaligen Zeit sind nicht erhalten. Sie hätten aus dem Hinterhalt ihrer Beute aufgelauert, sagt Cobo-Sánchez. Sie hätten sich an den Wegen zu den Wasserstellen in der Vegetation oder in den Bäumen versteckt.

Das gemeinsam erbeutete Fleisch, so Cobo-Sánchez, wurde auch gemeinsam verzehrt – an relativ kleinen Orten wie David's Site in der Olduvai-Schlucht. Dort hatte das Ausgrabungsteam um Cobo-Sánchez die Knochen und die Schnittspuren von Steinwerkzeugen untersucht. Anhand der Anzahl der Schnittspuren konnte Cobo-Sánchez nachweisen, dass die damaligen Menschen die Tiere komplett zerlegen konnten. Das wäre nicht möglich gewesen, wenn sie die Kadaver erbeutet hätten, die andere Raubtiere übrig gelassen hätten.

Auch jagten Löwen und Hyänen andere Tiere als Menschen, und die in der Olduvai-Schlucht gefundenen Tiere entsprechen eher dem Beuteschema von Menschen.


Nachrichten aus der Region Neckar-Alb

Foto: RTF.1
Spatenstich für Heidengrabenzentrum Sie gelten als schriftlose Hochkultur: Die Kelten. Sie siedelten in der Eisenzeit im heutigen Baden-Württemberg und weit darüber hinaus. Die Kelten waren gut mit dem Mittelmeerraum vernetzt und bauten Städte, die als Oppidum bezeichnet werden. Dort wo heute die Region Neckar-Alb auf die Region Stuttgart trifft, auf dem Gebiet der Gemeinden Erkenbrechtsweiler, Grabenstetten und Hülben lag das größte keltische Oppidum auf dem europäischen Kontinent: die Elsachstadt, auch bekannt als Heidengraben. Um diese für Besucher erlebbar zu machen, sollen hier ein Informationszentrum und ein Aussichtsturm entstehen. Am Donnerstag war Spatenstich.
Foto: Uni Tübingen/ Ahmed Emam
Spektakuläre Deckengemälde entdeckt Tübinger Forscher und ihre ägyptischen Kollegen haben im Tempel von Esna in Oberägypten eine Serie farbenprächtige Deckengemälde freigelegt.
Foto: Ukrainische Streitkräfte
Unesco-Kommissionen aus 25 Staaten verurteilen Angriff auf Ukraine Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine äußern sich erstmals die Unesco-Kommissionen von über 25 Staaten gemeinsam. Sie fordern Russland auf, seine Truppen aus der Ukraine abzuziehen.

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